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„Warum auch immer, nach Jahren im Dornröschenschlaf muss es nun schnell gehen. Die Entwicklung des vor 25 Jahren beschlossenen Baugebietes „Boßwenhain“ soll nun nach dem Willen unseres Bürgermeisters möglichst schnell realisiert werden,“ kritisiert die CDU-Fraktion das Vorgehen des Bürgermeisters in ihrer Stellungnahme. Statt der Vorlage eines Bebauungsplans für das Gesamtgebiet auf 7,1 Hektar hat Bürgermeister Achim Knoke inzwischen einen Antrag für eine Vierteilung mit zeitlich unterschiedlichen Entwicklungsschritten vorgelegt. „Und wie so oft hat er die entsprechende Entscheidungsvorlage bereits nach vier Wochen „aufgrund offener rechtlicher Fragen“ wieder korrigiert. Qualität sieht anders aus,“ schreibt Günther Eckert für die CDU Fraktion. „Wir halten diese Vorgehensweise für strategisch und wirtschaftlich falsch. Wir schlagen vor, dass sich auf einer geplanten Fläche von 1,4 Hektar die geplanten Einzelhandelsgeschäfte ansiedeln und dass das ehemalige Iroplast-Gelände auf einer Fläche von 3 Hektar in Baugebiet umgewandelt wird, damit die unansehnliche Industriebrache verschwindet.“ Diese Bereiche sollen über vorhabenbezogene Bebauungspläne entwickelt werden, was den Prozess sogar beschleunigen und die städtische Verwaltung entlasten würde. Die verbleibende, heute landwirtschaftlich genutzte Fläche von 3,1 Hektar, wird abgeplant und im Zuge der Überarbeitung des Flächennutzungsplans und eines neuen Verkehrsentwicklungskonzepts neu bewertet. „Alle Entscheidungsträger sollten gut überlegen, in welchem Umfang diese landwirtschaftlichen Flächen weiter aufgegeben werden sollen. Wo früher nie gebaut worden wäre, weil man von den Böden lebte, werde heute zu viel wertvolle Ackerfläche ohne Not zugebaut.“ Beschlüsse der Stadtverordneten und Mittelbereitstellungen im Haushalt 2019 zeigen, dass dieser Weg so richtig ist: Im kommenden Jahr soll die Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans starten. „Wir wollen festlegen, ob, wo und wann neue Bau- und Gewerbeflächen entstehen sollen. Wo und wie viel landwirtschaftliche Flächen erhalten bleiben und wie wir uns die Innenentwicklung der Kernstadt und der Stadtteile vorstellen.“ Ferner soll ein Verkehrsentwicklungskonzept für die Gesamtstadt und über unsere Stadtgrenzen hinaus beauftragt werden. „Wie wichtig ein solches Verkehrskonzept ist, erleben wir gerade bei der Aufstellung des Bebauungsplans für das ehemalige Kasernengelände. Sowohl die Investoren als auch wir als Stadtverordnete haben dieses Thema unterschätzt und nicht im Fokus gehabt. Dies gilt auch für bereits abgeschlossene Baugebiete, wie etwa Lachewiesen 1 und 2, bei deren Genehmigung die Betrachtung der gesamten Infrastruktur nicht ausreichend berücksichtigt wurde. Aktuell diskutieren wir über das ehemalige Grünewaldgelände. Hier können und müssen wir noch eingreifen, bevor es dort und insbesondere in der Martin-Luther-Straße zu einem Verkehrskollaps kommt und kein Mensch mehr weiß, wo er sein Auto noch parken kann.“ Jedoch: Die Einsicht, Fehler gemacht zu haben und nicht weitsichtig genug gehandelt zu haben, ist das Eine. Das Andere, das Entscheidende, ist es, aus diesen Fehlern zu lernen. „Da ist einmal der Abbau des gewaltigen Investitionsstaus, der sich über Jahre und Jahrzehnte aufgebaut hat. Für marode Brücken, Straßen und Kanäle müssen und werden wir ein Investitionspaket schnüren müssen, mit dem die größten Gefahren abgewendet werden können.“ Neben diesen drei Herausforderungen - Investitionsstau, Flächennutzungsplan, Verkehrskonzept - steht als weitere, bedeutende Aufgabe die Entwicklung des ehemaligen Kasernengeländes an. „Da wird es den neuen Stadtteil, die Kaisergärten, geben, auf einer Fläche von 65 Hektar und mit etwa 2.000 neuen Einwohnern. Unser Jahrhundertprojekt. Bis heute wissen wir noch nicht, welche zusätzlichen Investitionskosten auf uns zukommen. Wir werden Straßen übernehmen, Grünflächen bewirtschaften, eine Kita betreiben und für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr sorgen müssen. Eben alles Dinge, die in einem zusätzlichen Stadtteil erforderlich sind.“ Aus Sicht der CDU-Fraktion hat die Stadt Babenhausen mit der Kasernenentwicklung, dem Abbau des Investitionsstaus, der Aufstellung eines Flächennutzungsplans und eines neuen Verkehrsentwicklungskonzepts genügend vielschichtige Aufgaben zu bewältigen. „Sollten wir nicht erst für diese Aufgaben Lösungen finden und auf den Weg bringen?“  
Die neueste Ausgabe unserer Zeitschrift "Schwarz auf weiß"!  Viel Spaß beim Lesen!
Die CDU Babenhausen wünscht allen ein frohes neues Jahr 2019!

 

 

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Bürgermeister gerät in Kritik „Mit erheblichen Schuldzuweisungen und vielen offenen Fragen sah sich Bürgermeister Achim Knoke anlässlich der letzten Sitzung des Ausschusses Konversion Kaserne konfrontiert.“ Dies berichtet die CDU-Fraktion, deren Mitglied Günther Eckert Vorsitzender des Konversionsausschusses ist. Der Ausschuss hatte am vergangenen Donnerstag (22.) öffentlich getagt. Ausgangspunkt der Aussprache war eine schriftliche Stellungnahme der Mitglieder der Konversionsgesellschaft, Markus und Kevin Aumann sowie Daniel Beitlich, die sich vehement gegen das geplante Baugebiet Boßwenhain im Norden der Stadt und insbesondere gegen den dort geplanten Standort für einen Lebensmittelvollversorger zur Wehr setzen. Basis ihrer Kritik ist der bestehende Kooperationsvertrag mit der Stadt Babenhausen, in dem explizit vereinbart worden war, dass außerhalb des geplanten Standorts auf dem ehemaligen Kasernengelände zu gleicher Zeit keine weiteren Einkaufsmärkte in Babenhausen entstehen dürfen. Die Brüder Aumann und Daniel Beitlich werfen dem Bürgermeister vor, dass er „quasi im stillen Kämmerlein“ ohne ein Wort der Information und parallel zur Konversion des Kasernengeländes die Entwicklung eines neuen Baugebietes im Bereich Boßwenhain mit 100 Wohneinheiten und einem Tegut-Markt vorantreibe. „Wissen muss man in diesem Zusammenhang, dass der Bürgermeister selbst Mitglied der Konversionsgesellschaft ist, da die Stadt Babenhausen einen Anteil von 6 % an der Gesellschaft hält“, schreibt die CDU-Fraktion. Umso unverständlicher ist es aus ihrer Sicht, dass Knoke im vollen Wissen um den Inhalt des Kooperationsvertrages bereits auf das Vorkaufsrecht der Stadt beim geplanten Tegut-Gelände verzichtet und damit dem Investor des Tegut-Marktes die Möglichkeit gegeben hat, erste Grundstücke zu erwerben. „Die Drucksache für den Stadtverordnetenbeschluss zum Verkauf der Grundstücke liegt bereits vor“, bestätigt die CDU-Fraktion die vom Bürgermeister geschaffenen Tatsachen und sieht damit – wie die Herren Aumann und Beitlich – eine Gefährdung der erfolgreichen Kasernenentwicklung. „Ganz Babenhausen spricht von einem Jahrhundertprojekt und freut sich auf die rasche Entwicklung eines neuen Stadtteils Kaisergärten auf immerhin 65 Hektar, größer als die komplette Altstadt. Und was tut unser Bürgermeister? Er setzt plötzlich andere Prioritäten“, kritisiert die CDU. So schreibt Knoke in seiner Stellungnahme, „eine Wohngebietsentwicklung und damit einhergehend eine Ortsrandarrondierung und Ortseingangsgestaltung sowie die Konversion einer Gewerbefläche entsprechen stadtplanerisch der am höchsten anzusetzenden Priorität“. Die CDU-Fraktion vertrete auch weiterhin den Standpunkt, dass alle gemeinsam - die Investoren, die Stadtverwaltung und die politischen Gremien der Stadt - mit Fairness, Offenheit und Vertrauen ihre gemeinsame Energie dafür aufbringen sollten, möglichst bald Baurecht auf dem ehemaligen Kasernenareal, den künftigen „Kaisergärten“, zu schaffen. „Weitere Baugebiete in der Größenordnung von Boßwenhain gefährden diese Entwicklung und sie vernichten weitere, wertvolle landwirtschaftliche Flächen, sie erfordern enorme Kosten in die Infrastruktur, wie Verkehrswege und Kita-Angebote, und sie blockieren erhebliche Ressourcen im Bauamt. Wir halten es für ausreichend, wenn in der Innenstadt die Wohnbebauungen auf dem Gelände der Gärtnerei Grünewald und hinter dem VW-Schulungszentrum abgeschlossen werden.“ In den Kaisergärten sollen in absehbarer Zeit mehr als 2000 Menschen wohnen und arbeiten. Damit dürfte Babenhausen seine Wachstumsziele mehr als erfüllen und könnte sich darauf konzentrieren, den schon so oft zitierten Investitionsstau bei Straßen, Brücken und im Kanalbau abzubauen. „Wir hoffen und wünschen uns, dass diese Erkenntnis bald auch bei unserem Bürgermeister und seinem Magistrat Einzug hält.“

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