Kinder im Vorschulalter: Schieflage bei der Kinderbetreuung in Babenhausen und den Ortsteilen
Die Familien als soziale Institutionen stehen unter besonderem Schutz des Staates - junge Familien und Kinder sind besonders zu fördern. In den vergangenen Jahren hat sich das Familienbild sehr verändert, die traditionelle Rollenverteilung in Familien hat sich gewandelt. Frauen bleiben nach der Geburt ihrer Kinder immer weniger zu Hause, da sie auch weiterhin ihrem Beruf nachgehen wollen oder - aufgrund der persönlichen sozialen Verhältnisse - nachgehen müssen. So entstanden neue Anforderungen, wie die Umstellung der Kindergärten in Kindertagesstätten und ein zusätzliches Angebot für die Kinder unter drei Jahren.
Der Staat hat diesen veränderten Bedürfnissen Rechnung getragen und entschieden, dass bis Ende 2013 für 35 Prozent der Kinder von einem bis drei Jahren ein Betreuungsangebot zu schaffen ist. Es ist Aufgabe der Städte und Gemeinden, diese Betreuungsangebote für die Kinder im Vorschulalter zur Verfügung zu stellen. Bund und Land stellen unterstützend finanzielle Mittel bereit.
Stadt muss ausreichende Betreuungsangebote schaffen
Die CDU in Babenhausen hat hier frühzeitig die notwendigen Weichen gestellt und im Jahre 2008 die Trägerschaft für die bis dahin städtischen Kindergärten auf den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) übertragen. Die vom ASB vorgenommenen Veränderungen in der pädagogischen Konzeption gingen einher mit der sukzessiven Erweiterung der Öffnungszeiten – die Umstellung vom Kindergarten zur Kindertagesstätte.
2010 wurde von der CDU und den GRÜNEN entschieden, den baufälligen Kindergarten Kunterbunt in der Ludwigstraße abzureißen und in der Heinrich-Heine-Straße mit erweitertem Angebot für die U-3-Kinder neu zu bauen. Aufgrund der Erfahrungen in anderen Gemeinden wurde hierfür eine Investition in Höhe von 2,4 Millionen Euro vorgesehen. Parallel wurde geplant, die vorhandenen Kindergärten und Kindertagesstätten in der Stadt und den Stadtteilen bis Ende 2013 umzubauen und zu erweitern.
Dieser zukunftsweisenden Planung wurde durch die neue Regierung der „Allianz“ mit Unterstützung der „Bürger“ ein jähes Ende gesetzt: Gleich nach der Wahl wurde im Frühjahr 2011 entschieden, den Kindergarten Kunterbunt in der Ludwigstraße zu belassen und durch einen Neubau – einen völlig überteuerten Glaspalast – für unglaubliche 5,2 Millionen Euro zu ersetzen. Diese nach unserer Meinung absolute Fehlentscheidung hatte nun zur Folge, dass sich die „Allianz“ genötigt sah, alle geplanten zusätzlichen Investitionen in die Kindergärten der Stadt gänzlich auf Eis zu legen oder auf Jahre zu verschieben.
Überteuerter Kunterbunt-Neubau ist eine Fehlentscheidung
Unser Fazit: Für die Differenz aus den ursprünglich geplanten 2,4 Millionen und den nun errechneten 5,2 Millionen hätte man locker eine weitere und dringend notwendige Kindertagesstätte in Hergershausen bauen und den Kindergarten in Langstadt in eine Kindertagesstätte umbauen können.
So wird es wohl nichts mit der gesetzlichen Anforderung für die erforderlichen Plätze der unter 3-jährigen Kinder, von denen schon weit über 100 auf einer Warteliste der Stadt stehen. Was das bedeutet, wissen wohl auch die Hergershäuser Eltern, die kürzlich mit einem Leserbrief in der Babenhäuser Zeitung ihrem Unmut und ihrer Enttäuschung über die derzeitige Betreuungssituation Luft gemacht haben.
Unmut und Enttäuschung bei Hergershäuser Eltern
Die CDU wird alles dafür tun, dass die benötigten finanziellen Mittel aufgebracht und die erforderlichen Betreuungsplätze zur Verfügung gestellt werden. Kinderbetreuung hat für uns eine herausragende gesellschaftspolitische Bedeutung. Babenhausen wird in Zukunft auf die Ansiedlung junger Familien angewiesen sein – etwa auf dem Kasernenareal oder dem Elb-Schliff-Gelände. Da können wir uns weitere politische Fehlgriffe wie den Glaspalast Kunterbunt nicht erlauben.
Wir reden nicht nur von einer familienfreundlichen Stadt, wir tun auch etwas dafür.
11.04.2012