Keine Eislaufbahn: Rathauschefin erteilt CDU-Idee Absage
Die ganz kalten Tage sind vorbei, letzte Eisflächen schmelzen derzeit dahin. Hier und da fanden sich vor einigen Tagen Wasserlöcher, die sich zum Eislaufen eigneten und als Freizeitfläche Jung und Alt anzogen. Vielerorts war auch nachgeholfen worden. Zahlreiche Gemeinden hatten Flächen geflutet und damit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein einmaliges Freizeitvergnügen beschert.
Nun, da Eislaufen im Freien nicht mehr möglich ist, macht Monika Heinlein (CDU) ihrem Unverständnis über eine kürzliche Verwaltungsentscheidung gegen einen CDU-Vorschlag Luft: „Bereits am 6. Februar hatten wir die Einrichtung einer Eislauffläche durch den städtischen Bauhof schriftlich beantragt. Meine mündliche Vorstellung unseres Anliegens wurde von Bürgermeisterin Coutandin scheinbar wohlwollend zur Kenntnis genommen. Doch schon am nächsten Tag kam lediglich eine schriftliche Absage - mit einer für uns nicht nachvollziehbaren Begründung.“ Bürgermeisterin Coutandin hatte in ihrem Schreiben ausrichten lassen, dass die Wetterbedingungen für eine solche Flutung nicht gegeben seien. So sei eine Präparierung von Eisflächen nur auf gefestigtem Schnee möglich.
„Diese Antwort hatten wir nicht erwartet. Unsere Nachforschungen ergaben außerdem, dass eine feste Schneedecke nicht zwangsläufig erforderlich ist, vor allem nicht bei den herrschenden zweistelligen Minustemperaturen. Da friert ja selbst bewegtes Wasser ein.“ Monika Heinlein ist enttäuscht darüber, dass die Stadtverwaltung in dieser Sache nicht schnell und unbürokratisch zu handeln vermag. „Schnell war man hier lediglich mit der Absage“, sagt Heinlein.
Geeignete Flächen gebe es außerdem in Babenhausen genug. Heinlein, selbst Mutter zweier Kinder, nennt beispielsweise das Basketballfeld am Schlossplatz. „Hier hat es vor Jahren schon einmal eine Eislaufbahn gegeben“, erinnert sie sich.
Die Bürgermeisterin hatte weiter ausrichten lassen, man werde „den Vorschlag gerne in die Tat umsetzen“, sobald die Wetterbedingungen dafür vorhanden seien. „Vielleicht sollte das versöhnlich stimmen“, meint Heinlein. Sie sieht darin aber auch eine mögliche Verschleppungstaktik, um nicht dem politischen Gegner die Bälle zuzuspielen. „Es war ja nicht ihre Idee, sondern ein Vorschlag der Opposition. Kann man einen solchen CDU-Antrag für die Kinder und Jugendlichen Babenhausens unbürokratisch und ohne viel Aufhebens umsetzen, wenn man sich gleichzeitig als Vorreiterin für Familienfreundlichkeit, Engagement und Gestaltungswille sieht?“
Möglicherweise hätte die fehlende „gefestigte Schneedecke“ eine Flutung komplizierter und langwieriger, vielleicht auch etwas teurer gemacht, aber: „Die Stadt Babenhausen gibt Unsummen für irgendwelche Konzepte aus, die niemals umgesetzt werden. Sie baut eine Kindertagesstätte für unglaubliche 5,2 Millionen Euro. Aber die Errichtung einer Eisfläche ist nicht möglich?“ fragt sich Heinlein.
Sie erinnert dabei an die Regierungszeit von CDU-Bürgermeister Reinhard Rupprecht, als der Bolzplatz am Standort des ehemaligen Schlachthofs errichtet wurde. „Das ging damals ganz fix und ohne großen Aufwand. Ich war ja noch kein CDU-Fraktionsmitglied, aber meine Initiative für diese Freizeitfläche hatte Erfolg und scheiterte nicht an der Bürokratie.“ Warum so etwas heute unter Gabi Coutandin nicht möglich ist, versteht Monika Heinlein nicht. „Hätte sich die Verwaltungschefin eine solche Aktion gerne selber auf die Fahnen geschrieben? In diesem Jahr jedenfalls kann sich wohl niemand mehr über rutschiges Vergnügen auf einer städtischen Eisfläche freuen.“
22.02.2012