Armutsbekämpfung: Geplantes Lotsenprojekt findet mehr und mehr Unterstützer
Erfreut und erleichtert zeigt sich Monika Heinlein (CDU) über das Ergebnis der jüngsten Sozialausschusssitzung. Ihr CDU-Antrag zur Einführung von Elternlotsen in Babenhausen sei „äußerst sachlich und konstruktiv“ diskutiert worden. Nach Zustimmung aller Fraktionen kommt der Antrag nun in die Stadtverordnetenversammlung.
Heinlein hatte bereits im März einen Antrag gestellt, wonach ein Integrationskonzept für die aktivierende Elternarbeit in Babenhausen eingeführt werden soll – die sogenannten Elternlotsen. Heinlein hat ihre ursprüngliche Konzeptidee inzwischen weiterentwickelt und im Rahmen ihrer Recherche festgestellt, dass letztlich alle Bevölkerungsschichten von dem Konzept profitieren können. „Es soll ein Integrationskonzept nicht nur für Migranten sein, sondern es kann andere sozial Benachteiligte - Hartz IV-Empfänger, Alleinerziehende und sozial Schwache wie etwa Rentner - in der Kernstadt und den Stadtteilen einschließen.“
Die Elternlotsen könnten hier ebenfalls Vermittlerfunktionen wahrnehmen oder als Begleiter, etwa bei Behördengängen, fungieren. Aus dem Begriff „Elternlotse“ könne somit genauso gut der „Bürgerlotse“ oder „Soziallotse“ werden, meint Heinlein. Die abschließende Begriffsfindung werde noch stattfinden müssen, so die Christdemokratin, die dem geplanten interfraktionellen Arbeitskreis mit Spannung entgegensieht. Hier soll Heinleins Konzeptidee am runden Tisch Gestalt annehmen, auch die SPD will sich einbringen. „Es haben sich sogar schon Babenhäuser bei mir gemeldet, die sich als Akteure im Lotsenprojekt angeboten haben,“ erzählt Heinlein. Überdies kommt der CDU-Antrag genau zur rechten Zeit. Die Stadtverwaltung erarbeitet derzeit als Resultat der Regionalkonferenz „Wege aus der Armut“ ein dringend notwendig gewordenes Handlungskonzept, das durch die Einführung der Elternlotsen optimal ergänzt werde.
Heinlein, der das Lotsenprojekt sehr am Herzen liegt, hat in den vergangenen Wochen ihre Hausaufgaben gemacht und viel Vorarbeit für die Projektarbeit geleistet. An zahlreiche Türen hat sie angeklopft, sich Unterstützung auch im Kreis- und Landtag gesichert.
„Die Idee der Elternlotsen in Babenhausen könnte zum hessischen Leuchtturmprojekt werden. Wir haben das Interesse der Landesregierung geweckt und können hier – sofern wir weiterhin geschlossen hinter der Idee stehen – Unterstützung abrufen. Der Staatssekretär für Integration, Rudolf Kriszeleit von der FDP, hat uns dies schriftlich mitgeteilt. Die Türen zu einer Förderung durch das Land Hessen stehen weit auf.“
Diese Chance auf eine Landesförderung komme so schnell nicht wieder. Da sei das Lotsen-Projekt, von Ehrenamt und bürgerschaftlichem Engagement getragen, angesichts der schlechten Haushaltslage der Stadt ein guter Anfang und - mit der Unterstützung vom Land Hessen - in jedem Fall einen Versuch wert, gibt Heinlein zu bedenken.
02.05.2012