„Paradiesische Baukonditionen nur für Gewerbetreibende“
Schwere Versäumnisse wirft die CDU-Fraktion der Allianz angesichts der gekippten Zuzahlungsverordnung für Wohnbebauung im Gewerbegebiet vor. „Das neue Gewerbegebiet ‚Hinter der Altdörfer Kirche'
sollte eigentlich einen wichtigen Beitrag leisten, die Zukunftsentwicklung der Stadt Babenhausen zu verbessern', erinnert Fraktionschef Friedel Sahm. So sei im Vorfeld beschlossen worden, dass
der Kaufpreis auf ein niedrigeres Niveau gesenkt wird, um im Wettbewerb mit den Nachbargemeinden konkurrenzfähig zu sein. „Durch diese Maßnahme verzichtet man zwar auf dringend notwendige
Einnahmen, hofft aber auf schnelle Verkäufe und Ansiedlung von Gewerbe." Umso wichtiger sei es nun nach Ansicht des CDU-Fraktionsvorsitzenden sicherzustellen, dass preiswertes Gewerbegebiet nicht
durch großzügige Wohnbebauung umgenutzt wird.
Sahm verweist auf die Fehler der Vergangenheit, als im Gewerbegebiet „In den Steinäckern" Wohnbebauung überhand nahm, diese gar heute noch einen größeren Anteil als die gewerbliche Nutzung
einnimmt. „Damals hatten die Stadtverordneten mit dem Beschluss einer Zuzahlungsverordnung für die künftigen Gewerbegebiete richtig reagiert. Darin war geregelt, dass nur in einem festgelegten
Rahmen privater Wohnraum auf dem Gewerbegebiet geschaffen werden darf und ansonsten zusätzliche Leistungen als Ausgleich fällig werden, " erklärt Sahm. „Jedoch wurde in der Stadtverwaltung
versäumt, diese Regelung umzusetzen." Deshalb gebe es derzeit noch nicht geregelte Altlasten in den bestehenden Gewerbegebieten. „Statt aber daraus zu lernen und für die Zukunft Kaufverträge zu
schließen, die einen Missbrauch verhindern, hat jetzt die neue Allianz von SPD, FWB und FDP allen Mahnungen zum Trotz beschlossen, auf solche Kaufverträge zu verzichten," stellt Sahm fest. In den
Reihen der Allianz glaube man an die Regulationswirkung der bestehenden Baunutzungsverordnung und sei der Meinung, dass die Wohnbebauung an der eigenen Firma dem Zeitgeist entsprechen würde. Sahm
sieht darin eine „äußerst naive Herangehensweise", die die Realität des knallharten Baugeschäftes nicht berücksichtige.
In der Realität falle der Vergleich nämlich so aus: der normale Bürger in Babenhausen zahlt 270 € für den Quadratmeter Bauplatz, während der Gewerbetreibende seinen privaten Bauplatz für unter
100 € erhält. „Warum auch das Dreifache für den Kauf eines normalen Bauplatzes zahlen, wenn man über den Kauf eines Gewerbegebietes so viel günstiger bauen kann. Nur wird der Bürger ohne
Gewerbeschein diese Möglichkeit leider nicht haben," stellt Sahm klar.
Leider unterstütze auch die Bürgermeisterin das Vorgehen der Allianz. Sie trage somit dazu bei, dass die Bürger deutlich benachteiligt würden und die Gewerbetreibenden „paradiesische Baukonditionen" erhielten. „Sozial gerecht ist das nicht, " bringt es Sahm abschließend auf den Punkt.